Raum und Unterricht Projekt

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6:30: der MP4-Player spielt leise die am Mischpult verfeinerte Musik des Superstars, für den ich noch gestern Abend mit meinem Hightechhandy-Fotoapparat-Kamera-GPS mit Internetzugang live vor meinem Plasmabildschirm gevotet habe.

Hilft alles nichts, ab unter die, durch die neuen Sonnenkollektoren auf dem Dach warme Dusche: das pH-neutrale, rückfettende und durch ätherische Öle belebende Duschgel wird sicherlich den ersten Schlaf aus meinem Körper vertreiben. Die Restmüdigkeit fegen ein guter löslicher Kaffee und ein unter Atmosphäre haltbar gemachtes Aufbackbrötchen aus meinem Umluftherd im Nu weg.

Nur noch in die atmungsaktive Unterwäsche, das chlorgebleichte T-Shirt übergezogen, die PU-Schuhe und die Nylonstrümpfe, den farbechten Polyesterrock und ab ins Bad, die Zähne mit einer extra“whitening“ Zahnpasta geputzt und schon ist man ein anderer Mensch. Nicht vergessen, die Hyaluronsäure und das Q10 ins Gesicht zu schmieren, die Ureacreme auf die Hände und los geht’s zur Arbeit. Auf dem frisch geteerten Parkplatz steht der Cityflitzer mit Klimaanlage, Bluetooth, 5 Airbags ABS und ESP, geringem CO2-Ausstoss, der mich sicher zu meiner Arbeitsstelle bringt. Sicher, aber nicht unbedingt billig, denn auf dem Weg steht die Radaranlage, die hoch motivierten Polizisten meine Geschwindigkeit in Sekundenbruchteilen meldet.

Endlich an meinem Arbeitsplatz entnehme ich die Magnetkarte aus meiner Kunstlederhandtasche und dank einer genialen Programmierung hebt sich wie von Zauberhand die Schranke zum Parkplatz. Stabilste Stahlseile befördern die Aufzugskabine nach oben, wo ich mich endlich meinem PC, den E-Mails und der Fotokopiermaschine widmen kann.

Diesen Auszug aus einem ganz normalen Tag könnte ich beliebig fortführen. Uns ist allen nicht bewusst, wie sehr unsere Welt technisiert ist. Alles um uns herum, bis hin zu der verschmutzten Luft, die wir atmen, oder dem sauberen Wasser, das wir trinken, ist auf Naturwissenschaft und Technik zurückzuführen. Alle anderen Wissensbereiche stehen in unserer hochmodernen Gesellschaft im Dienste der Forschung und der neuen Errungenschaften. Das Kapital der Staaten beruht auf ihrer Industrie, die wiederum auf moderne Technik und auf naturwissenschaftliche Erkenntnis angewiesen ist. Die Wirtschaftswissenschaften dienen in dieser Industrie dazu, das Kapital zu vermehren und zu verwalten, doch ohne Technik gibt es nichts zu verwalten. Die Sprachen, werden Sie sagen, dienen der Kommunikation. In unserer Welt dienen sie dem Import und Export von Waren, den Kooperationen zwischen Firmen, Kooperation, die dadurch initiiert wird, dass die Rohstoffe, die für die Industrie benötigt werden, anderswo billiger zu haben sind. Eine kapitalistische Gesellschaft, wie unsere westeuropäische, steht und fällt mit ihrem technisch-naturwissenschaftlichen Können.

Wir, die ältere Generation, haben das Glück gehabt, in diese übertechnisierte Welt hineinzuwachsen, unsere Kinder haben diese Chance nicht. Sie müssen alles auf einmal begreifen und zusätzlich wird an sie die Anforderung gestellt, unser Erbe anzutreten und unsere Arbeit fortzuführen. Dies ist nur möglich, wenn sie von klein auf den Nutzen darin sehen, wenn man sie für Naturwissenschaften und Technik begeistert. Kinder lernen am Modell, sie ahmen Erwachsene nach. Wenn diese Erwachsene kein Interesse oder noch schlimmer einen mangelnden Nutzen der Naturwissenschaften vermitteln, wird die kommende Generation diesem Gedankengang folgen.

In der ganzen industrialisierten Welt geht der Trend dahin, die Naturwissenschaften mit allen Mitteln zu fördern. Unsere eher ländliche Gegend hat bisher den Zug teilweise verpasst. Es wird dringend Zeit unseren Kindern und Jugendlichen den Einstieg in eine zukunftsträchtige Branche durch bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Da aber die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sich in rasendem Tempo vermehren und verändern, ist es für Schulen in diesen Bereichen höchst wichtig, durch interessante und lehrreiche Projekte das Interesse der Kinder und Jugendlichen an diesem Thema zu wecken und zu schüren.

Das Projekt „Raum und Unterricht“ hat zum erklärten Ziel, naturwissenschaftliche Projekte in Grundschulen der DG sowohl finanziell als auch materiell zu initiieren und zu fördern. Dies geschieht durch Einreichen einer Projektskizze, die dann begutachtet wird.

1. Rahmen

1.1 Ziele des Projektaufrufs

Dieser Projektaufruf verfolgt hauptsächlich als allgemeines Ziel, das Interesse der Kinder für die Naturwissenschaft und Technik zu wecken indem:

  • den Naturwissenschaften auf anziehende und schülergerechte Weise Sinn gegeben wird;
  • die Organisation von naturwissenschaftlich-technischen Aktivitäten fußend auf forschend-entdeckendem Lernen in den Schulen gefördert wird ;
  • der Transfer von naturwissenschaftlichen Problemlösestrategien auf andere Fächer angeregt wird.
  • Definition eines Projekts

Unter Projekt versteht man einen kohärenten Zusammenschluss von Aktivitäten und Aktionen, die mit dem Ziel durchgeführt werden, den Einstieg in naturwissenschaftliche Sachverhalte besser und/oder anders zu gestalten. Ein Projekt kann also aus mehreren Teilprojekten bestehen, insofern sie durch einen Leitfaden verbunden sind.

Diese Projekte können eine ganze Schule, eine Stufe oder eine Schulklasse betreffen.

Um ein Projekt zu beginnen, müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  1. 1. Durchführen einer Iststandserhebung: wie werden Naturwissenschaften in unserer Schule vermittelt ? (wissenschaftliche Vorgehensweise, Planung der Erkenntnisse und der Fertigkeiten, Aufbau und Nutzung der Dokumente, Platz des Kindes im Lernprozess, Evaluation der Kompetenzen, Zurückgreifen auf Quellen, Zustimmung des Kollegiums, Material usw.);
  2. Definieren der Bedarfe in Funktion der Iststandserhebung;
  3. Festlegen einer Priorität, die den Einstieg in das Projekt erlaubt und die mit dem Projekt verfolgt werden soll.

Beispiele von Primarschulprojekten zur naturwissenschaftlichen Förderung können in französischer Sprache eingesehen werden unter: „Archives“ auf der Seite www.enseignement.be/sciences-espace.

  • Zulassungsbedingungen

Das eingereichte Projekt und die Aktivitäten müssen:

  • Schülern den Aufbau von Kompetenzen in naturwissenschaftlichen Bereichen ermöglichen;
  • Den legalen Vorschriften und dem Schulprojekt entsprechen;
  • Ins Schulprojekt eingetragen werden;
  • Durch die Direktion und den Träger unterstützt werden;
  • Das Thema „Raum“ zu einem gegebene Zeitpunkt ansprechen;
  • In regelmäßigen Abständen intern evaluiert werden;
  • Mit den lokalen Gegebenheiten und dem spezifischen Kontext der Schule Rechnung tragen (Verbindung mit der Schülerschaft, dem Stadtviertel oder Dorf, der Schuldynamik usw.)
  1. Wer darf ein Projekt einreichen ?

2.1 Allgemeines

Dieser Projektaufruf gilt den Regel- und Fördergrundschulen (Primarschulen und/oder Kindergärten)  der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

2.2 Teilnahmemodalitäten

Die Projektskizzen müssen von der Schulleitung oder dem Träger eingereicht werden.

Das ausgefüllte Formular muss an folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: angelique.emonts@dgov.be

2.3 Schuljahr 2016-2017

Die Projekte können im Hinblick auf einen Dreijahresplan verlängert werden.  Diesbezüglich wird den teilnehmenden Schulen ein Formular zur Verlängerung am Schuljahresende zugesandt.

  1. Ressourcen und Projektbegleitung

Jede Schule, die an dem Projekt « Raum und Unterricht » teilnimmt, kann auf nachfolgende Unterstützungsangebote zurückgreifen:

3.1 Unterstützung des belgischen Büros Esero (www.esero.be)

  • Bereitstellen von Material der ESA (Europäische Raumfahrtagentur)
  • Besuche vor Ort auf Anfrage der Schulen

3.2 Fortbildungen

Teilnehmende Schulen haben die Möglichkeit, Lehrerfortbildungen im Bereich  naturwissenschaftliche Frühförderung zu ausgewählten Themenfeldern  in der Föderation Wallonie-Brüssel, aber auch in der DG beizuwohnen.

Schulleiter werden gebeten, im Vorfeld die Vorkenntnisse der eingeschriebenen Personalmitglieder mitzuteilen, um bestmöglich auf ihre Bedürfnisse im Bereich wissenschaftliche Vorgehensweisen eingehen zu können.

Die Schulen werden über die Fortbildungen informiert. Während der Projektlaufzeit können diese den Bedarfen der teilnehmenden Schulen auf Anfrage angepasst werden.

3.3 Hilfestellungen

  • Pädagogische Berater

Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten werden sie das Lehrpersonal bei der Durchführung ihres wissenschaftlichen Projekts auf Anfrage unterstützen.

  • Inspektion der Grundschule

Sie organisieren Besuche und führen Evaluationen des Projekts durch. Im Anschluss besteht die Möglichkeit eines Austauschs.

  • Komitee zur Nachverfolgung

Dieses Komitee wird im Ministerium der DG aus pädagogischen Fachkräften zusammengesetzt und erstellt eine jährliche Bilanz der Fortschritte des Projekts. Eine Einschätzung wird dem Lehrerteam mitgeteilt, um sie bei der Abwicklung ihres Projekts  zu unterstützen.

3.4 Finanzielle Hilfen

Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel werden Projekte, die die folgenden Bedingungen erfüllen, mit 500€ pro Schuljahr bezuschusst.

Diese Bezuschussung ist keine Pflicht um das Projekt zu starten. Schulen, die die Kriterien zur finanziellen Unterstützung nicht erfüllen, können  trotzdem teilnehmen .

  1. Auswahlkriterien und Indikatoren

Die Auswahl der eingereichten Projekte erfolgt auf Basis folgender Kriterien und Indikatoren :

Projektskizze

  • Iststandserhebung
  • Definition der Bedarfe des Teams in Funktion des Iststands
  • Prioritäten

Relevanz des Projekts

  • Berücksichtigung des Kompetenzaufbaus in den Naturwissenschaften;
  • Expliziter Bezug zu dem Erziehungsprojekt
  • Verpflichtung, das Projekt in das Schulprojekt aufzunehmen
  • Rolle der Schulleitung in dem Projekt
  • Sinnhaftigkeit des Projekts im Zusammenhang mit den spezifischen oder lokalen Gegebenheiten (Schülerschaft, Stadtviertel, Dorf, Schuldynamik usw.)

Geförderte naturwissenschaftliche Kompetenzen

  • Einer komplexen Realität begegnen und sie begreifen (eine komplexe Fragestellung/Rätsel formulieren – Indizien identifizieren und passende Forschungspisten entwickeln – diese Pisten vergleichen, Kriterien zur Auswahl von Forschungsansätzen formulieren und mithilfe dieser Kriterien Forschungspisten auswählen);
  • Forschungspisten untersuchen (Informationen sammeln durch experimentelle Forschung, Beobachtung, Messungen und/oder Informationen durch Dokumentensuche und der Befragung von Experten);
  • Resultate strukturieren, kommunizieren, validieren und synthetisieren (Zusammentragen und organisieren von Informationen in einer Form, die das Verständnis und die Kommunikation fördert  – sich Fragen über Forschungsresultate stellen, eine Synthese ausarbeiten und neue Erkenntnisse gewinnen).

Pädagogische Vorgehensweise: Durchführung aktiver Methoden

  • Sinnhaftigkeit der Aktivität und des Lernprozesses für die Schüler;
  • Erstellen einer Zeitlinie bez. der geplanten Aktivitäten – zeitliche Organisation des Projekts;
  • Relevanz der Ausflüge oder der eingeladenen Experten;
  • Wechselwirkung – Austausch – Zusammenarbeit ;
  • Konkrete Realisierung(en) und/oder Aktionen nach außen.

Zugang zur finanziellen Unterstützung

Folgende Ausgaben im naturwissenschaftlich-technischen Bereich werden berücksichtigt :

  • Ankauf von pädagogischem Material;
  • Ausflüge/Besichtigungen;
  • Animationen/Vorträge.

Material, Ausflüge, Besuche und Animationen dienen als Katalysatoren des Projekts.

Bei ähnlichen Anfragen werden Schulen prioritär behandelt, die noch keinen Zuschuss im Rahmen des Projekts „Raum und Unterricht“ erhalten haben.

  1. Auswahlverfahren

Eine Jury, bestehend aus einem Inspektor (Vorsitz), einem Mitglied von Esero, des Projektkoordinators für die DG sowie Vertretern der Schulträger wird die Projektskizzen einstufen.

Die Vorgehensweise ist wie folgt :

  • Die Jury erhält die Projektskizzen.
  • Esero gibt bei der Erarbeitung dieser Projektskizze auf Anfrage der Lehrerteams Hilfestellung 024747066 – denis.cornet@planetarium.be.
  • Die Jury überprüft prioritär die Erfüllung der Zulassungskriterien wie vorstehend definiert.